By / 13th March, 2016 / Unkategorisiert / No Comments

sibenikŠibenik hebt sich zwischen allen anderen kroatischen Adriastädten durch seine einzigartige Lage in der malerischen und breiten Bucht an der Mündung des Krka hervor. Die Stadt entstand als altkroatisches Castrum (Festung oder befestigtes Lager), am Fuße der Burg des hl. Michael, welche auch heute über die Stadt dominiert. Šibenilk wird zum ersten Mal im Jahre 1066 erwähnt, in einer Urkunde des bedeutendsten Herrschers des kroatischen Staats – des Königs Petar Krešimir dem IV. Šibenik, als allein entstandene kroatische Stadt, erhält den Civitat, d.h. den Status einer Stadt im Jahre 1290, als das Bistum Šibenik errichtet wurde.

Der Blick auf Šibenik zeigt uns eine einzigartige Harmonie der urbanen Poetik einer Stadt mit ihrer natürlichen Umgebung. Der Hafen, durch den Kanal des hl. Antonius mit dem offenen Meer verbunden, ist seit Jahrhunderten die Triebkraft der Entwicklung des Seewesens, des Handels und des allgemeinen Wirtschaftsaufschwungs der Stadt. Am Eingang in den Kanal befindet sich die Festung des hl. Nikolaus, die bekannteste Renessaincefestung an der östlichen Seite der Adria. Die Stadt ist umgeben durch die Burg des hl. Michael, des hl. Johannes und die Burg Šubićevac, die zusammen mit der Festung des hl. Nikolaus, das Symbol der hundertjährigen unbesiegten Stadt Šibenik darstellen, was sich auch im Heimatkrieg bestätigte.

Die Kathedrale des hl. Jakob in Šibenik, welche mehr als 100 Jahre lang gebaut wurde, ist Zeugnis der Hartnäckigkeit, des Verzichtes und des Glaubens mehrerer Generationen der Bürger von Šibenik. Sie ist anhand Vielem besonders, nicht nur im kroatischen, sondern auch im europäischen Bauwesen: sie ist zur Gänze aus Stein gebaut. Sie ist aufgrund der gewagten Konstruktionsmontagen steinerner Platten und Rippen und zwar ohne Nutzung von jeglichem Bindematerial besonders. Sie ist auch mit ihrer Fassade in Form eines Dreiblattes, aber auch anhand der Harmonie der Architektur und der Reihe von 71 realistischen Porträts an den Apsiden unter den Renaissancekirchen einzigartig.

Dokumente aus der Zeit des Baus der Kathedrale zeugen vom Beitrag der ganzen Gemeinschaft bei deren Errichtung, aber auch vieler einzelner Personen, unter welchen die Zahl der heimischen Steinmetzer, Baumeister und Handwerker am größten ist. Der bekannteste von ihnen ist Juraj Matejev Dalmatinac, aus Zadar, der mit Šibenik 1441 einen Vertrag unterzeichnete durch welchen er die Pflichten des Promeisters der Kathedrale von Šibenik übernahm. Die Kathedrale, zusammen mit dem Renaissance Rathaus, sowie den umliegenden Kirchen, Palästen und dem Fürstenhof, in dem sich heute das Museum der Gespanschaft befindet, formen zusammen den sicherlich schönsten Stadtplatz des kroatischen urbanistischen Erbes.

Im 15. und 16. Jahrhundert war Šibenik eines der wichtigsten kroatischen humanistischen und Renaissancezentren. In ihm wirkten die Schriftsteller Juraj Sizgoric, Antun und Faust Vrancic, Petar Divnic und Ivan Polikarp Severitan, die Musiker Ivan Sibencanin, Julije Skjavetic und Ivan Lukacic, der Historiker Dinko Zavorovic, die Maler Nikola Vladanov und Juraj Culinovic, die Graphiker Martin Kolunic-Rota, Horacije Fortezza und Natal Bonifacij, sowie auch viele Bildhauer und Baumeister aus dem Kreis des eng verbundenen Juraj Matejev Dalmatinac.

Der Wissenschaftler und Visionär, Lexikograph und Erzähler, Philosoph und Theologe, Faust Vrančić, ist die bedeutendste kroatische Persönlichkeit der Renaissance. Der Autor des ersten kroatischen Wörterbuches ist auch Autor des bekannten Buches der Projekte und Erfindungen unter dem Titel Machinae novae (neue Maschinen). Unter vielen seiner Ideen hebt sich die Zeichnung homo volanis (fliegender Mensch)hervor, die erste gedruckte Darstellung eines Fallschirmsprunges in der Geschichte. Die Kirche und das Kloster des hl. Franziskus aus dem 14. Jhdt., sowie die erste kroatische nationale Heiligenstätte des hl. Nikola Tavelic, sind jahrhundertlang ein wichtiger kirchlicher und kultureller Brennpunkt.

In der Sammlung des Klosters werden mehr als 150 Inkunabeln und ebenso viele wertvolle handschriftliche Kodex Schriften aufbewahrt, unter welchen sich auch das bekannte Gebet „Šibenska molitva“ befindet, der erste kroatische poetische Text in Latein geschrieben. In der Kirche sind auch die Orgeln des bekannten kroatischen Orgelbauers Petar Nakić in ihrer Originalform erhalten, welcher im 18. Jhdt. wirkte Über das lebhafte, moderne Kulturschaffen der Stadt Šibenik zeugt heute das traditionelle internationale Kinderfestival – Šibenik – Kroatien.

 

Share with your friends...Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedIn

Leave a Comment